Bildungsangebot

Kasperli-Theater

Alfred Rahmen. Ja wer spielt denn heute noch Kasperli-Theater? Wir!!! Und toll ist es, macht Spass, gibt viel zu tun und nebenbei lernen wir vieles!

Am Anfang war die Idee! Und der Weg von der Idee bis zur Aufführung ist lehrreich, belebend, und bestückt mit der Erwerbung diverser Fähigkeiten (oder Kompetenzen, wenn Sie wollen).

Einige Beispiele

Die Köpfe haben die Kinder alle selber aus Schubimehl geformt und bemalt. Jedes Kind in der Klasse schuf eine Figur. Auch die Kleider selbstverständlich, wurden entworfen und selber genäht, wobei wir viele Versuche machten und bewusst aus den Fehlern den nächsten Schritt verbesserten. Ob die Kinder nähen können, fragen Sie? Ja klar, das lernten sie in der Handarbeit, wo sie jetzt gerade Socken stricken. Aber wir nahmen es jetzt beim Nähen nicht so genau wie die Handarbeitslehrerinnen es tun würden. Hauptsache war, dass die Hände locker Platz haben im Kleid und die Finger in die Hand des Kaspers oder der Grossmutter hineinpassen. Ja, und da kamen lustige Gestalten zum Leben wie Sie auf den Fotos sehen.

Wir entschieden uns für drei Kasperlistücke, die je eine Fünfergruppe von Kindern spielte und alles Nötige dafür organisierte.

Später kamen die passenden Bühnenbilder dazu, die auch besprochen, entworfen und gemalt wurden. Es folgten die Plakate und die Eintrittskarten und das Kleine Stückchen Kuchen beim Austritt für alle Teilnehmer.

Um die Bühne war der Lehrer hauptsächlich besorgt, der ja schliesslich auch was tun sollte, nicht nur herumkommandieren. Aber auch ihm halfen einige Schüler immer wieder. Aus einem alten unbrauchbaren Kasperlitheater, das eher aussah wie ein Marronistand, bauten wir ein neues, schönes mit herrlich roten selber genähten Vorhängen, dass es eine Freude war es nur schon anzuschauen. Dazu kam eine neue Beleuchtung. Erstaunlich, was alles möglich ist.

Und dann die Proben, da gab es auch viel zu ärgern und zu lachen und alles sollte am Ende zusammen passen. Die Rollen üben, die Stimme verändern, klar und deutlich sprechen wie eine Hexe halt spricht oder das Lieseli und die Grossmutter - und es passte.

Wir hatten sechs Aufführungen am Samstag und jedes Stück wurde zwei Mal aufgeführt. Da war was los. Die Kasse musste gemacht, die kleinen Kinder zum Platz geführt werden. Die Aufführungen kamen – jetzt galt es – und dann am Ausgang wieder sein, um den Kuchen zu verteilen. Wo gibt es das schon, Kuchen am Ausgang? Beim Kasperli-Theater selbstverständlich – und, versteht sich von selbst: selbst gebacken.

Und schon ist's vorbei – und es war herrlich! Die Kinder haben ihr Bestes gegeben und die Zuschauer waren voll zufrieden. Es waren etwa 165 Kinder und Erwachsene zu Gast. Ob wir das weiter führen? Das kann gut sein! Warten wir's ab!!!

Ein Fazit aus dem Projekt, kurz und bündig: Mehr Kasper bitte!!!

Etwas noch über den Kasper:

Er ist eine ganz besondere Figur. Warum haben ihn die Kinder so gern? Er ist keck, aufgestellt, hat ein deftiges Mundwerk, wenn es sein muss, verletzt niemanden zu unrecht, ist mitfühlend, hat keine Angst weder vor der Hexe noch vor dem Teufel, findet immer die richtigen Wege aus schwierigsten Situationen, er ist treu, hat grossen Humor usw.

Alle haben wir solch einen Kasper auch in uns und viele seiner Qualitäten haben wir auch und streben sie an. So ist er wie eine urbildliche Figur aus dem Märchen, eigentlich ein versteckter Prinz, so könnte es vielleicht im Märchen heissen.

Aber nun zur Hexe. Haben wir die auch in uns Menschen? Seien wir ehrlich: selbstverständlich! Vielleicht sehen wir schöner aus, aber diesen Egoismus, die Machtansprüche, die Gefangennahme von Tieren und edler menschlicher Seelenqualitäten, das die Hexe verkörpert, das kennen wir auch, wenn wir ganz ehrlich sind. So spielen in den Kaperli-Theatern Geschichten, die wie Seelenrealitäten sind, Auseinandersetzungen, die täglich in uns geschehen, auf der Bühne aber offen, humorvoll und immer das Gute anstrebend dargestellt. Deshalb sollte mehr Kasperli gespielt werden. Der Kasper ist eine Figur der Zukunft.

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