Bildungsangebot

Am Schluss triumphiert die Wahrheit

Stadttheater Langenthal, 14. / 15. und 16. Juni 2013

Langenthaler Tagblatt, 17. Juni 2013

Prisca Rotzler Köhli. Die Achtklässler der Rudolf Steiner-Schule Oberaargau zeigten im Stadttheater «Die verlogene Wahrheit» frei nach Henrik Ibsens «Der Volksfeind». Im Gegensatz zum Original endet das Stück im Guten.

In Henrik Ibsens 1883 uraufgeführtem Stück geht es um die Wahrheit und wie diese von Opportunisten und der Presse zur Lüge gewendet wird. Was nicht sein darf, ist nicht, könnte man das Motto des machthungrigen Stadtvogts Peter Stockmann überschreiben. In seinen Augen ist sein engagierter Bruder Gregor ein Spielverderber, weil er das wirtschaftlich florierende Kurbad infrage stellt. Von Chemikalien und Bakterien soll das heilkräftige Wasser verseucht sein.

Zum Positiven gewendet

Im Rahmen des 30-Jahr-Jubiläums der Rudolf Steiner-Schule Oberaargau führten am Wochenende die Achtklässler das Stück im Stadttheater auf. Regisseurin Monika Merkli hat zusammen mit den Schülerinnen und Schülern das Stück aktualisiert. Während bei Ibsen die Wirtschaftlichkeit höher gewichtet wird als die Gesundheit, wird in dieser Version die Deponie, die das Kurwasser verseucht, saniert. Merkli hat das Original mit Nebenrollen ergänzt und so ein Stück geschaffen, in dem sich die Darstellerinnen und Darsteller voll entfalten können. Sie hat eine komische Rolle wie den zweiten, dümmlichen Polizisten und ein Liebespaar eingefügt. Neben den Hauptrollen hat auch jede Nebenrolle ihre eigene Botschaft: Die Waise Svenja (Ylenia Kaeser) verkörpert mit ihrem Leitstern die Hoffnung, der Franzose Ibrahim (Laurin Grädel) die Lebensfreude, die beiden Journalistinnen des «Volksboten» das feministische Element. Gesellschaftskritik kommt zuweilen ganz leise daher, etwa wenn der Jude Ibrahim mit Schweinefleisch gehänselt wird.

Prägnante Rollenporträts

Im Rededuell zwischen den Brüdern Stockmann (Samuel Schmitt als Gregor und Jan Gerber als Peter) wähnt man sich in einer professionellen Theateraufführung. Die beiden jungen Schauspieler erzeugen eine enorme Spannung, die sich auf das Publikum überträgt. Ebenso überzeugen Melanie Sittner und Olivia Krummenacher als ehrgeizige Journalistinnen und Riccarda Grünenfelder als treu sorgende Ehefrau.

Bilder folgen in Kürze. Detailinfos zum Stück und zum Projekt auf der Schüler-Website:

www.die-verlogene-wahrheit.ch

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