Bildungsangebot

Rumänienprojekt, seit 2011

Sven Roevens. Hilfs- und Arbeitsprojekt der 10. Klasse in Masloc, Rumänien - in Verbindung mit einer Kulturreise.

Seit 2011 geht im Herbst während dreier Wochendie 10. Klasse, zusammen mit der 10. Klasse der Rudolf Steiner Schule Solothurn nach Rumänien. Dort wurden Arbeiten erledigt für eine homöopathische Klinik für Krebspatienten oder chronische Erkrankungen.  Ausser Hilfe leisten in der Apotheke und der Kleiderbörse wurde ein Teich angelegt, gemauert, betoniert, ein Graben für Drainage- und Abwasserröhren ausgehoben, Dachziegel gereinigt, damit diese beim renovierten Bauernhaus wieder verwendet werden können.

Am zweiten Wochenende fand eine dreitägige Kulturreise durch die Südkarpaten statt.  Ziel der Reise war die Stadt Targu Jiu, wo sich das dreiteilige Kriegsdenkmal vom Künstler Brancusi befindet. Ferner wurden unter anderem zwei Klöster, eine Tropfsteinhöhle und ein Schwefelbadkurort besucht.

Auszug Reisebericht Masloc

Corinna Puenter, Alena Helfenberger, Ursina Probst. Am Sonntag, den 2. September, sind wir in Masloc gut angekommen. Obwohl es im Nachtzug relativ eng war, amüsierten wir uns sehr und verstanden uns auf Anhieb alle gut. Als wir in Rumänien ankamen, zeigte das Thermometer 32 Grad Celsius. Das Spitalgelände ist wahnsinnig schön gestaltet und die Unterkunft ist sehr gemütlich. An den Arbeitstagen haben wir immer zuerst zwei Stunden Trigonometrie am Morgen. Danach arbeiten wir sechs Stunden, mit der „Znüni"-, „Zmittag"- und „Zvieri"- Pause dazwischen.

Es gibt folgende Arbeitsstellen: Die Hofeinfahrt eines Mitarbeiters des Spitals betonieren; Maurerarbeiten bei einem in Rennovation stehenden Bauernhauses; Dachziegel putzen und Kanalisationsarbeiten für dieses besagte Haus erledigen; Gestaltung der Parkerweiterung mit einem kleinen Weiher; Arbeiten in der Apotheke; Kleiderbörse ordnen und für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Patienten und Patientinnen sowie die Dorfgemeinschaft bereitstellen.

Wir arbeiten in Dreiergruppen mit jeweils einer Begleitperson. Nach der Arbeit gibt es Abendessen, welches anders ist als zu Hause, aber doch sehr gut.

Am ersten freien Tag, Donnerstag, den 6. September, besichtigten wir Timisoara. Wir bewunderten unter anderem die bedeutende griechisch-orthodoxe Kathedrale. Anschliessend durften wir die Stadt in kleineren Gruppen unter die Lupe nehmen. So bemerkten wir, dass hier der Unterschied zwischen Arm und Reich sehr gross ist. So sahen wir Menschen in recht vornehmen Autos, andererseits Kinder in zerlumpten Kleidern, die Leim schnüffelten.

Im Allgemeinen schauen die Rumänen gut zu ihren Nutztieren, seien es Gänse, Schweine, Kühe oder Hühner, im Gegensatz dazu haben nur wenige Rumänen oder Rumäninnen ein Herz für Hunde und Katzen.

Am Montag fahren wir nach Lugoj (87 Km entfernt) und besuchen dort die Tochtergesellschaft der St. Galler Stickereifirma „Interspitzen Forster Rohner". Danach folgen drei weitere Arbeitstage und die dreitägige Kulturreise in die Südkarpaten. Von diesen Tagen wird nächste Woche ein weiterer Bericht von uns folgen.

Kulturreise in Rumänien

Nikolaas Baaker, Sebastian Manstein, Immanuel Aschwanden. Am Freitag Morgen um 07:30 starteten wir auf unsere dreitägige Reise in die Südkarpaten. Mit drei Kleinbussen fuhren wir via Transalpina in das Dörfchen Ranca hoch oben in den Karpaten. Die Landschaft war wunderschön, obwohl für die meisten das Autofahren ungemütlich und anstrengend war - trotz mehreren eingelegten Pausen (6 Stunden!). Wir kamen gegen 17 Uhr in Ranca an und wunderten uns über die vielen neugebauten, sich noch im Bau befindenden Häuser in einem sogenannten „Skigebiet". Dort oben in den Bergen (1800m) war es schon ein bisschen kalt und wir fühlten uns wie in der alten Schweiz.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg über enge und kurvige Strassen zu einer Tropfsteinhöhle, welche für alle sehr beeindruckend und speziell war. Unser nächstes Ziel war das stilvolle griechisch-orthodoxe Kloster Polovragi , wo wir auch noch picknickten. Für alle war es ein Erlebnis diese mit schönen Malereien verzierten Gebäude und dazugehörenden Blumenbeeten anzusehen.

Dann ging es weiter südlich nach Targu Jiu, einer grösseren Stadt. Auf einem dreistündigen freien Stadtrundgang fiel uns wieder der Unterschied zwischen Arm und Reich auf: ein modernes Stadtzentrum mit Springbrunnen und ein paar Strassen weiter verkommene Hochhäuser und Müllhalden, wo Kinder spielten. Die Stadt war schön, aber leider waren die meisten Läden schon geschlossen, dafür konnten wir gegen zwanzig herausgeputzte Hochzeitsgesellschaften bestaunen, die sich unter Brancusis „Tor des Kusses" ablichten liessen. Nach dem Zusammentreffen mit den acht Solothurner Kiwanern erklärte Nellu Babut die verschiedenen Kunstwerke Brancusis, die sich auf einer einundhalb Kilometer langen Achse bis zur „Endlosen Säule" befinden. Nach dem Abendessen (kalte Pizza und Papanasch!) im Park begaben wir uns spät auf den Weg zum Studentenwohnheim, wo wir übernachteten.

Am Sonntag mussten wir uns wieder früh frisch machen und los tuckern. Vor dem Tismana-Kloster empfing uns eine alte Frau, die uns für wenig Geld Pfirsiche und Trauben verkaufte, die sehr lecker waren. Besonders eindrücklich war der Besuch dieses Klosters, weil gerade eine Messe zelebriert wurde; der Gesang der Nonnen und die Stimme des Priesters wurden über Lautsprecher im Innenhof übertragen. Wiederum fiel uns auf, dass die Rumäninnen und Rumänen stark gläubig sind.

Anschliessend fuhren wir zu den Schwefelbädern in Herculane. Leider waren die imposanten und renovationsbedürftigen Bauwerke aus den 1930er Jahren geschlossen und wir konnten sie nur von aussen besichtigen. Auf dem Rückweg nach Masloc bestaunten wir in einem Dorf mehrere riesige unbewohnte Prachtsvillen, die von Zigeunern als Statussymbole ihres Reichtums erbaut worden sind. Nach ereignisreichen Tagen nahmen wir gegen zwanzig Uhr ein leckeres Abendmahl ein.

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