Bildungsangebot

 

Geisers und andere Langenthaler
oder:
gestern - heute - morgen? 

 

Nach einem Stück von Otto Müller, bearbeitet und aufgeführt von der Mittel- & Oberstufe der Rudolf Steiner Schule Oberaargau 

Stadttheater Langenthal

Donnerstag, 26. Mai 2011, 9.00 Uhr
Freitag, 27. Mai 2011, 20.00 Uhr
Samstag, 28. Mai 2011, 20.00 Uhr
Sonntag, 29. Mai 2011, 15.00 Uhr

 

 



«Jakob Geiser, ein Spiel aus Langenthals Vergangenheit» wurde für «1150 Jahre Langenthal» von der Oberstufe der Rudolf Steiner Schule Langenthal ausgewählt und überarbeitet.

Es führt in die Zeit der Französischen Revolution zurück, welche in der Schweiz – besonders in Langenthal – die Meinungen und Haltungen der Bürger spaltete...

Etwas mehr als 200 Jahre später werden wir am selben Ort wieder in Geschichten verwickelt...

Wo stehen wir morgen?

Rückblick

Urs Byland, Langenthaler Tagblatt. Seit 27 Jahren wird an der Rudolf Steiner Schule in Langenthal unterrichtet. Damit ist die Schule im Vergleich mit Langenthal noch relativ jung. Dennoch ist die Schule stark mit der Stadt verbunden.

Zum Ausdruck bringt dies ein Theaterstück, das die Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schüler gemeinsam zum 1150-Jahr-Jubiläum der Stadt eingespielt haben. Gestern fand im Stadttheater die Premiere von «Geisers und andere Langenthaler» statt. Heute, morgen und am Sonntag wird das Stück wiederholt.

Es lohnt sich unbedingt, ins Stadttheater zu pilgern und den Kindern und Jugendlichen in ihrem Spiel zuzuschauen. Zuallererst wegen des Bühnenbildes und der Kostüme. Rechts blickt das Türmchen des Choufhüsi auf das Publikum hinunter und links sitzt der «Mutz» vom Hotel Bären selbstvergessen auf einem Mauervorsprung und betrachtet das Geschehen auf der Bühne.

Wunderbare Prospekte, etwa mit der Marktgasse und den anliegenden Häusern als Motiv, sowie einfache Bauten ermöglichen schnelle Wechsel der Zeiten, spielt das Stück doch im Gestern, Heute und Morgen. Die Zeitsprünge werden unterstützt durch die tollen Kostüme der Akteure. Diese wurden von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht angefertigt. Ein schier unerschöpfliches Stoffreservoir stellte Création Baumann zur Verfügung.

Höhepunkt der Stofforgie bildet der Einmarsch der französischen Soldaten. Da funktioniert die Illusion des Theaters, und man vergisst, dass nicht erwachsene Schauspieler sondern Kinder und Jugendliche den Einmarsch zelebrieren. Deren Leistung auf der Bühne zeugt von grosser Disziplin, viel Willen und Talent und einer starken Unterstützung im Vorfeld bei der Erarbeitung des Theaterstückes.

Gesamtchoreografien, die wirken

Die Unterstützung wahrgenommen haben Monika Merkli, Karl-Johannes Gerwin und Sven Roevens. Sie inszenierten mit den etwa 50 Kindern und Jugendlichen ein Theater, das rund läuft. Sie setzen auf Gesamtchoreografien, die wirken, beispielsweise mit der Marktszene vor 200 Jahren oder ebenso eindrücklich mit der Probe zur Bundesratsfeier in Langenthals Marktgasse. Die schauspielerischen Leistungen der Mädchen und Knaben wirken nicht aufgedrückt. Jeder und jede bleibt sich selbst, was meistens am stärksten wirkt. Ihren Text auswendig gelernt haben alle Spielenden und gesprochen wird in der Regel deutlich.

Zwei Geschichten nebeneinander

Die Langenthaler erhalten im Theaterstück den Spiegel vorgesetzt mit einer Geschichte, die vor etwas mehr als 200 Jahren zur Zeit der Französischen Revolution handelt, und einer zweiten Geschichte, die im Heute spielt und Parallelen mit der Vergangenheit hat. Die Geschichte, die 1797 spielt, stammt ursprünglich von Otto Müller aus dem Jahre 1933. Sie wurde von den Schülern ins Hochdeutsche umgeschrieben und gekürzt. Langenthal wurde von den Franzosen besetzt.

Anschliessend mussten die Bürger (355 Stimmfähige von 1581 Einwohnern, Frauen, Kinder und über 70-Jährige nicht mitgezählt) einen Eid auf die neue, helvetische Verfassung leisten. Nicht alle taten dies. Sie verloren deshalb Hab und Gut.

Die andere Geschichte, die heute spielt, haben die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse konzipiert. Schriftstellerin Eveline Hasler besucht Langenthal, um ihre Recherchen zu den Geschehnissen 1797 zu vervollständigen. Damals gebar eine der Verbannten, wie Hasler herausgefunden hat, sechs Monate später ein Kind. Wer war der Vater ihres Kindes und wo war er? Aber auch im Heute steuert eine verhängnisvolle Liebesgeschichte ihrem Höhepunkt zu.

Der Sohn des Bärenwirtes liebt die Tochter des Türken, der ein Kebabhaus betreibt. Die Väter sind sich spinnefeind und Konkurrenten beim gesellschaftlichen Ereignis des Jahrzehnts in Langenthal: der Bundesratsfeier.

Hauptthema in beiden Geschichten, die sich so ähneln, ist die Losung der Französischen Revolution «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit». Mit ersterem und letzterem hat jeweils kaum jemand Mühe, aber wie steht es mit der Gleichheit?, fragen die Schülerinnen und Schüler der Rudolf Steiner Schule in ihrem Theaterstück.

 

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