Bildungsangebot

Gartenbau in der 6. Klasse

Aus dem Schulgarten / von Anne-Marie Haldiman / Schülerberichte

Gärten haben die Menschheit in ihrer Entwicklung schon seit jeher begleitet, sind im Laufe der Zeit auch wieder verschwunden, überwachsen, umgestaltet worden, haben aber im Menschen immer ihre Spuren hinterlassen.

Gärten sind wunderbare Orte. Der Garten ist ein Ort der Begegnung mit der Natur, der einem in unmittelbare Beziehung zu ihr treten lässt. Ein Garten gibt Raum für staunende Ruhe oder erholsame Tätigkeit. Er ist ein Ort der Schöpfung, des liebevollen und achtungsvollen Umgangs mit der Natur. Er lässt uns Fülle, Schönheit, Sinn und Dankbarkeit erleben. Er ist aber auch nützlich und bringt so manche Mahlzeit und so manchen Blumenstrauss auf den Tisch. Auch in der Pädagogik spielt der Garten eine wichtige Rolle.

Unser Schulgarten befindet sich in direkter Nachbarschaft mit der Rudolf Steiner Schule, auf dem Gelände der Rosenau. Dort wurde der Schule vor einigen Jahren ein Stück Land zum Bebauen zur Verfügung gestellt, das mit viel Willens- und Tatkraft der Schüler von einem verwilderten Stück Erde in einen schönen Garten verwandelt wurde.

So kann nun immer nach den Frühlingsferien ein neues Gartenjahr anfangen und damit auch das Fach Gartenbau für die 5. Klasse. Der Unterricht beginnt mit dem Erleben der gärtnerischen Grundtätigkeiten wie Bodenbearbeitung, säen und pflanzen, gestalten, pflegen und giessen. Immer zwei Kinder bebauen zusammen ein Beet und dürfen auch mitbestimmen, was darin wachsen soll. Mit viel Eifer wird da besprochen und geplant und es ist schön zu sehen, wie schnell die Kinder unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche zusammenfügen und in einem Beet unterbringen! Unter den pflegenden Händen der 5. Klässler entsteht nun jeweils ein kleiner Garten, der sich von Woche zu Woche verändert. Er widerspiegelt die Erscheinungen des Jahreslaufes ebenso wie das Tätigsein der Kinder und die Fruchtbarkeit der Erde. Durch die gestaltende und pflegende Arbeit an der Natur üben die Kinder den sorgsamen Umgang mit Erde, Pflanzen und Bodenlebewesen. Die Kinder entwickeln ein Bewusstsein dafür was an äusseren Einflüssen notwendig ist, aber auch was wir Menschen dazu beitragen können,damit eine Pflanze gedeiht. Dies macht es ihnen später auch möglich, urteilsfähig zu werden im Bezug auf Lebenszusammenhänge.

Dann, im zweiten Gartenbaujahr in der 6. Klasse, ermöglicht das beginnende Verstehen von Ursache und Wirkung immer mehr das konkrete Uebernehmen von Verantwortung für das, was im Garten getan wird. Vermittlung von Fachwissen und kla- re Arbeitsanweisungen erlauben ein intensiveres Hegen und Pflegen der Kulturen. Diese Tätigkeit wirkt ordnend und harmonisierend in die immer chaotischer werdende Gefühlswelt der Jugendlichen.

Der Gartenbauunterricht ist wahrhaftig ein sehr lebendiger Unterricht. Da wird so viel miteinander geschaffen und bewirkt, manchmal auch gestöhnt und geschwitzt, gestaunt, gelacht, besprochen und diskutiert. Jede Stunde ist reich an Erlebnissen und Erfahrungen, für die Schüler wie auch für die Gartenbaulehrer!

Gärten - Schulgärten - sind wunderbare
Orte!

Schülerberichte

Heute haben wir gejätet und wurden fertig mit den Beeten. Ich hatte geholfen, die Zwischenwege vor den Beeten zu stampfen und weitere Wurzeln auszugraben. Währenddessen wir gejätet haben, haben wir vieles entdeckt. Noah zum Beispiel hatte einen schönen schwarzen Käfer gefunden, Alessandro einen Wurm, der sich wie der Rhein krümmte. Im Boden haben wir einen Baumstrunk gefunden, den Herr Grob ausbuddelte. Über den Baumstrunk scherzten wir, es sei ein Schatz, denn Herr Grob hatte grosse Mühe, ihn auszugraben, weil er sich so stark im Erdreich festhielt.
Zoe

Heut säten wir Karotten in unsere Gartenbeete. Wir machten zuerst eine Rinne und dann säten wir die Samen sorgfältig hinein. Nun drückten wir die Erde über der Rinne zu. Zum Schluss gossen wir mit der Spritzkanne die neue Saat. Wir rührten heute auch noch ein Präparat. Immer zwei Kinder zusammen durften mit einem Holzstab zehn Minuten in einem Topf rühren. Darinnen war Wasser und Kuhmist, der seit letztem Herbst in einem Kuhhorn in der Erde war. Dieses Präparat verteilten wir in die Beete. Das macht man in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft auch. Das tut der Erde gut und so können die Pflanzen hoffentlich gut wachsen.
Raphael

Herr Grob brachte Handschuhe mit, weil wir mit Ästen und Blättern arbeiten mussten. Wir nahmen nämlich alle Äste vom Kompost, die wir auf einen grossen Haufen trugen. Danach sägten wir einen Holunderbaum ab. Aber den Dicken konnten wir nicht absägen und auch mit der Axt ging es nicht. Wir haben es aber bis in die Hälfte geschafft.
Elias

Timon und ich haben den Brunnen geputzt und haben einen Molch gefunden. Dann habe ich einen Kübel genommen und ihn mit Wasser gefüllt. Raja hat dann den Molch genommen und ihn ins Wasser gelegt und dann haben alle friedlich gearbeitet.
Julian

Als wir in den Schulgarten kamen, siebten Julian und ich zuerst Kompost. Man musste immer mit einer Hacke den Kompost lockern und ihn dann mit der Schaufel auf ein Gitter werfen. Dort rieselte der feine Kompost hindurch und das Grobe fiel am Gitter herunter. Als wir abgelöst wurden, gingen wir zu unserem Beet. Dort lockerten wir mit einem Häckeli zwischen den Pflänzchen die Erde. Nachher durften wir noch einmal säen. Zuerst säten Julian und ich eine Reihe Kohlraben neben den Salat. In der nächsten Reihe säten wir Schnittsalat und als letztes noch Randen. Jetzt haben wir nicht mehr viel Platz im Beet. Als wir alles mit der Giesskanne gegossen hatten, legten wir noch Tannäste darauf, damit die Katzen nicht darauf gehen.
Timon

Wir sind zum ersten Mal nach den Ferien wieder in unseren Schulgarten gegangen. Es sieht ganz anders aus. Es hat sehr viel Unkraut und sehr hohe Sonnenblumen, der Kürbis im Nachbarbeet ist zu uns herübergewachsen. Ich konnte aus meinem Beet Karotten, Zwiebeln und eine Pic-Nic-Gurke ernten. Die sieht aus wie ein kleiner unreifer Kürbis. Und ich habe noch Nüssler gesät.
Luana

Heute sagte uns Frau Haldimann zuerst, was zu tun sei. Janina und ich mussten bei den Sonnenblumen arbeiten. Wir holten eine Sonnenblume und schleppten sie zum Kompost. Die schönen Sonnenblumen nahmen wir und machten aus diesen einen Strauss. Die Stängel schnitten wir in 30 cm lange Stücke ab für das Insektenhotel. Am Schluss durften wir noch Sonnenblumenkerne herausnehmen.
Alexandra

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