Bildungsangebot

Ein Blick in die Kinderbetreuung

«Kinder sind unsere wirklichen Lehrer. Lerne wieder ihnen zuzuhören: Sie erzählen dir von der Schönheit und der Sorglosigkeit, die du nur im gegenwärtigen Augenblick wiederfindest.»

Tibetisches Sprichwort
 

Wenn sich die zwei Hauskatzen am Mittag vom warmen Fensterplatz erheben, dann sind die Kinder im Anmarsch - und es geht nicht lange, bis sie an der alten Hausglocke ziehen und ein lauter, schriller Glockenton durch das Haus tönt, so dass die Katzen die Flucht ergreife und ich im Eiltempo an der Türe stehe! Dann beginnt die Kinderbetreuung für die Baldachinkinder!

Nach der Begrüssung an der Türe geht es in die Garderobe, wo Finken und Wollsocken warten, wo Jacken und Rucksäcke aufgehängt werden müssen. Meistens brauchen die Kinder ein langes Weilchen, bis diese Arbeit erledigt ist, denn es gibt so viel zu erzählen und zu fragen. „Was gibt es heute zum Mittagessen?" - „Wo sind die Katzen?"

Dann brauchen die kleinen mitgebrachten Blumensträusschen der Kinder Wasser ... bevor wir uns zum Mittagessen rund um den Küchentisch setzen.

Es gibt auch Tage, da wollen die Kinder vor dem Essen noch ins „Baldachinzimmer" zum Spielen – oder einfach zum Sein – zum Finden – einander Finden unter dem Baldachindach! Und das ist gut so – denn ich will den Kindern nach einem reichen Schul- und Kindergartenmorgen den inneren wie den äusseren Raum geben, in dem sie ankommen, sich wohl und geborgen fühlen können – und ich bleibe ihre Hüterin!

Ein feines Glöckchen klingelt zu Tisch! Auch hier ein Ort des Erzählens, des Fragens und des Geniessens – nicht nur des Mittagessens. Es ist köstlich bis hochspannend, den Erlebnissen, dem Wissen und den Fragen der Kinder zu folgen, zu lauschen und nachzudenken – „Die Welt ist nicht gerade, gell!"

Die Baldachinkinder sind gute und grosse Esser – immer wieder beliebt sind natürlich Omeletten am liebsten mit ... Puderzucker!

Jeder Nachmittag mit einer andern Besetzung von Kindern ist individuell, lebendig – farbig - individuell, wie jedes Kind! Wenn das Schulkind nach dem Mittag die Hausaufgaben erledigt, lernt das jüngere Kind, Rücksicht zu nehmen. Das Bauen mit Tisch, Stühlen und Tücher muss dann warten. In der Küche wartet ein Brotteig mit frisch gemahlenen Haferkörnern auf fleissige Händchen, damit später dann die Besenrösschen draussen tüchtig ums Haus und im Garten reiten können.

Beim Gestalten mit Tonerde besteht auch eine wunderbare Möglichkeit, wo Kinder sich ins Gleichgewicht spielen und sich ausdrücken können. Wenn die Kinder am Nachmittag vertieft sind in ihr Tun, ihren Tanz und ihre Spiele, rufen doch immer wieder zur rechten Zeit die Vögelein, Häschen und Meerschweinchen draussen zum Kommen. Einmal, ich merkte es kaum, wohl öffnete ich etwas zu früh die Haustür, hüpften und sprangen die kleine Füsschen ohne Schuhe schon durch den Garten. Das Spiel war dannechtes Fangis!

Mit einem Zvieri werden dann die hungrigen Bäuchlein gefüllt, bevor es weiter geht mit sich Verwandeln in Jäger, Könige und Prinzessinnen, Singen und Springen oder dem Ausklingen eines Baldachinnachmittages in der Hängematteschaukel unter dem Kastanienbaum.

Ich freue mich auf interessierte Eltern, auf Eltern, die mir als „Hüterin" des Baldachins ihr Vertrauen schenken, ihr Kind eine Zeit-lang oder kurz zu begleiten.

Luzia Bossard

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