Bildungsangebot

Werkunterricht

Fachlehrer Klaus Lang

Werken: Naturmaterialien als Lehrmeister

«Die Hände müssen unermüdliche Diener der Phantasie sein»
(J.W. von Goethe)

Der Wille des Kindes wird geschult an den Stoffen der Erde, die ihm als Widerstand entgegentreten. Wichtig dabei ist, dass der Schüler immer seine eigene Phantasie und seinen Willen einbringen kann, die jedoch, durch die Begegnung mit Holz, Ton, Metall und Stein erdbezogen bleiben. Die Naturmaterialien werden so zu Lehrmeistern, die das eigene Schaffen an die Welt anknüpfen.

Ein übergeordneter Aspekt

Das Erwerben der Geschicklichkeit wird einerseits angestrebt, um handwerkliche Erfolge zu erzielen, andererseits auch deshalb, weil „die Fingergeschicklichkeit im hohen Masse Lehrer der Elastizität unseres Denkens ist." Es werden mittelbar durch das Werken auch kognitives Lernen und Arbeiten gefördert. Hieraus wird deutlich, wie die Gleichwertigkeit aller Unterrichtinhalte und Erziehungsmittel dem Werkunterricht seinen Stellenwert und seine Verantwortung zu misst.

aus dem Lehrplan der Waldorfschule, Tobias Richter

Werken ist Tätigsein mit den Händen. Schon in dem Moment, wo das Kind mit seinen Händen ins Schaffen kommt, wird seine Willenskraft angeregt. Betrachtet man das Werken in einem grossen Überblick, so zeichnen sich zwei Hauptrichtungen ab. Die eine Richtung ist das künstlerische-, die andere das handwerkliche Schaffen. Beide Richtungen sind in ihrem Ansatzpunkt verschieden, wobei sie sich nicht abgrenzen, sondern gegenseitig durchdringen.

Das künstlerische Schaffen

Blick man auf das Künstlerische, so ist dort ein Schaffen aus dem Augenblick gefragt, innere Regsamkeit, Beweglichkeit, Phantasie wird erübt. Das eigene unmittelbare tätig sein, tritt an Stelle von vorgefassten Bildern und Vorstellungen.

Das handwerkliche Arbeiten

Das Handwerkliche kommt gerade von der anderen Seite. Es braucht hier Gedankenkräfte. Der Gedanke, die Vorstellung wird herunter geführt ins praktische Tun. Zuerst wird ein Plan, eine Vorlage angefertigt, aus der der ganze Werdegang ersichtlich ist.

Der Werkstoff

Das Kind lernt im laufe der Jahre im Werken verschiedene Materialien wie Holz, Ton, Metall und Stein kennen. Durch das Arbeiten nimmt es auf verschiedenste Art und Weise deren Charakter in sich auf. Der Werkstoff ist an sich ein grosser Lehrmeister für den jungen Menschen, an ihm erfährt er Widerstand, es findet Auseinandersetzung statt. Es braucht physische sowie auch innere Kräfte, das Material umzuwandeln, aus dem Naturgemässen z.B. einem rohen Holzklotz, ein „nützliches" und darüber hinaus ein „schönes" Werkstück zu gestalten.

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