Bildungsangebot

Eurythmie ist «sichtbare Sprache»

Fachlehrerin Maya Näf (4. bis 10. Klasse)

Fachlehrerin Veronika Grob ( Kindergarten bis 3. Klasse)

Eine Art «seelisches Turnen»

In unserer Zivilisation wird physische und geistige Erziehung in der Regel getrennt. In der Pädagogik unserer Schule lebt das Bestreben, diese wieder mehr und mehr zusammenfliessen zu lassen. In diesem Sinn ist die Eurythmie eine «Art seelischen Turnens» als obligatorisches Unterrichtsfach in die Waldorfschule eingeführt worden.

Um die Bedeutung der Eurythmie als sichtbare Sprache verstehen zu können und ihren Wert als zentrales Fach in der Waldorfpädagogik zu erfassen, muss der Bilck auf ein Wesenselement der Sprache gerichtet werden: Sprachkräfte sind Lebenskräfte! In einer Zeit, wo der Raubbau an Lebenskräften alltäglich wird, ist das Erüben der Eurythmie in den Schulstunden Lebenskraftgewinn.

Die Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die am Anfang des letzten Jahrhunderts durch Rudolf Steiner entwickelt wurde. Sie nimmt daher eine besondere Stellung im Fächerkanon an den Rudolf Steiner Schulen ein, da sie nicht zu den sonst üblichen Fächern an einer Schule zählt. Bis vor wenigen Jahren konnte man Eurythmie nur an einer privaten Kunst- bzw. Eurythmieschule studieren, so dass dieses Fach bisher nur in Rudolf Steiner Schulen unterrichtet wurde. Seit einigen Jahren ist das Eurythmiestudium an einigen Ausbildungsstätten staatlich anerkannt, so dass die Eurythmie mehr und mehr an Akzeptanz erfährt und als ein ernst zu nehmendes Kunstfach angesehen wird. Wie in der Musik, so kommt auch die Eurythmie in drei beruflichen Richtungen zum Tragen: erstens in der Schule als künstlerisch-pädagogischer Bewegungsimpuls, zweitens im therapeutischen Bereich (Heileurythmie) und drittens als Bühnenkunst.

In der Eurythmie bewegen wir uns zur Sprache oder zur Musik. Die verschiedensten Elemente der Sprache (z.B. Vokal, Konsonant, Wort, Metrum, Seelenstimmungen, Kopf- und Fusstellungen, u.v.m.) und der Musik (z.B. Ton, Rhythmus, Takt, Intervall, Dur, Moll u.v.m.) kommen durch die Bewegung zum Ausdruck. Die Sprache und der Gesang (Musik) sind unmittelbar mit der menschlichen Organisation verknüpft. Der Mensch selber wird zum Instrument und kann die Gesetzmäßigkeiten, die in der Sprache und Musik liegen sichtbar machen.

In den Gruppenformen liegt die Konzentration auf dem eigenen Tun und auf dem sozialen Einfühlungsvermögen in die Gruppe. Gelingt beides, so kann das Kind sich in dem gemeinsamen Bewegungsstrom getragen fühlen.

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